Milek of Manoah (Paddy)

Highlandpony Wallach   geb. 4.6.2006

Züchter   Gestüt Manoah

Besitzer seit 2010  Ebba Woywode

Besitzer seit Februar 2017 S.

2018

Ich habe nie wieder was von meinem Pferd gehört . Ich habe mich auch nicht getraut nach zu  fragen , weil ich einfach keine weiteren schlechten Nachrichten ertragen hätte . Ich wünsche mir immer noch Positives von ihm zu hören bzw. zu lesen . Vielleicht weiß ja jemand was .

Heute habe ich immer mehr die Idee , dass hinter seinem plötzlich veränderten Verhalten auch ein Wolf oder vielleicht war es auch nur ein nächtlicher Hund , stecken könnte . Es wurde ja immer mal einer in der Nähe gesichtet . Paddy schaute ja von Anfang erstarrt in die Ferne , wenn sich dort Hunde bewegten . Er jagte auch fremde Hunde , wenn sie auf dem Paddock oder seiner Weide waren . Ist ihm vielleicht in seiner Kindheit mal was passiert , was er damit verknüpft ? Für mich ist das inzwischen vorstellbar , auch weil ich glaube , dass es sich in einer Nacht ereignet hat .

2017

April

Nachdem es lange keine Nachrichten von Paddy gab , kam jetzt eine Mail , dass S. Paddy wieder abgeben möchte . Er hätte eine Verletzung gehabt und durfte darum nicht gearbeitet werden . So hätte sie nur Arbeit und Kosten von ihm gehabt und es nicht geschafft einen positiven Zugang zu ihm zu finden . Er sei im Umgang immer noch anstrengend . Auch funktioniere es mit den anderen Pferden nicht gut und es gäbe auch familiäre Gründe.

 

Schade in den Gesprächen hat alles so ganz anders geklungen . Und dass es kein schneller , einfacher Weg mit diesem Pferd wird , sollte nach seiner Geschichte klar sein . Aber manchmal ist es einfach so , Dinge ändern sich oder man sich etwas ganz anders vorgestellt . Immer schwierig und traurig , wenn andere Menschen oder Tiere daran beteiligt sind .

 

Die Suche nach dem einem richtigen Menschen , bei dem er zeigen darf wie toll er ist , geht also leider weiter . 

Februar

Es gab noch einige Anfragen zu Paddy . Die meisten klangen sehr fundiert und interessant . Ich hatte diesmal anscheinend den Text der Anzeige besser formuliert . Ich hatte mehreren Interessenten geschrieben sie dürften ihn gerne kennen lernen . Bis dann die Nachricht von S. kam , sie würde ihn gerne nehmen , hat es kein Weiterer bis hierher geschafft . 

Anfang Februar ist er umgezogen . Er ist völlig artig und entspannt mit mir auf den Hänger gegangen . Als dann die Klappe zu war und er weg fuhr , kam ich mir wie ein Verräter vor . Ich hätte am Liebsten angerufen , sie sollen umdrehen und ihn wiederbringen . Ich kann ihn gar nicht loslassen . Habe ich natürlich nicht getan , es gab ja die Vernunftgründe , warum ich es überhaupt getan habe .

Als dann die Nachricht kam , dass er gut angekommen ist , wurde es etwas besser . Er hat dort Kumpels und kann jetzt seine neuen Menschen kennen lernen . Es begleiten ihn so viele gute Wünsche und er hat die Chance noch mal ganz viel zu erleben und hoffentlich auch das Herzenspferd seiner neuen Besitzer zu werden .

2016

2016 war für Paddy ein sehr ruhiges Jahr . Ich habe viel zu selten was mit ihm gemacht . Oft reichte meine Energie einfach nicht mehr dafür aus . Dadurch das ich nicht rennen kann , mich auf unebenen Boden sehr auf das Laufen konzentrieren muss und beim Rückswärtsgehen und Drehen noch sehr viel mehr gucken muss , dass ich nicht auf dem Hintern lande , war selbst die Freiarbeit nur eingeschränkt möglich .

Darum habe ich mich Weihnachten entschieden , Paddy eine neue Chance zu geben und ihn zu annoncieren .

Es war eine reine Vernunftentscheidung , Er war und ist mein Herzenspferd und vertraute mir inzwischen wieder völlig . Trotzdem blieb er in seinen Reaktionen immer ein Stück unberechenbar und ich wollte keine Menschen in Gefahr bringen , die im Notfall meine Pferde versorgen müssen . Da sind nur die Rentner , selbst für nicht Pferdemenschen völlig problemlos .

Es meldete sich eine Familie aus Niedersachsen und kam dann am 30.12. um ihn kennen zu lernen . Er präsentierte sich toll und zeigte auf kleinste Zeichen seine Freiarbeit . Es fiel ihm nicht leicht sich auf einen fremden Menschen ein zu lassen , aber er machte von sich aus Vorschläge und Angebote . Insgesamt gefiel er und jetzt musste das Bauchgefühl entscheiden .

Mein Bauchgefühl sagte nach einem längeren Gespräch , dass ich ihn gerne dorthin geben würde . Es schien Vieles einfach zu stimmen . Eine schöne private Offenstallhaltung direkt am Haus , genügend Pferdeerfahrung und die Bereitschaft sich auf ihn ein zu lassen .

 

2015

Jetzt hatte ich das Gefühl mein Pferd wäre bereit sich wieder reiten zu lassen . Und so war es auch auch . Er wußte noch alles , stand brav beim Aufsteigen und ließ sich genauso fein reiten wie zuvor . Nur mein inneres Ich hatte sich verändert . Einerseits war ich stolz wieder auf meinem Pferd zu sitzen und seine Feinheit zu fühlen . Anderseits konnte ich ihm nicht vertrauen , was weniger an ihm lag , sondern mehr an meinen körperlichen Einschränkungen und einem Kopfkino  , das sich nicht abstellen ließ . Reiten war nicht mehr die Faszination , sondern eher das Pflichtprogramm . Das wollte ich so für uns Beide nicht . Einmal hat er sich erschreckt und muss so heftig weggesprungen sein , dass ich im Dreck lag und mir für die Zeit die Erinnerung fehlt . An sich etwas , was im Reiterleben immer mal passieren kann und wo ich früher auch sofort wieder auf dem Pferd gesessen hätte und vielleicht auch gar nicht erst runtergefallen wäre . Jetzt war für mich das Gesamtergebnis so , dass ich beschloss auf meinen Körper zu hören und nicht mehr aufs Pferd zu steigen .

Sommer 2014

Die Freiarbeit wurde immer feiner und besser . Er hörte auf die kleinsten Körpersignale von mir . Er war wieder ein fröhliches Pferd . Selbst wenn er sich jetzt mal erschreckte stand er sofort wieder neben mir . Das Erschrecken passiert jetzt nur noch selten . Die Situationen sind nach wie vor nicht vorhersehbar und ich kann die Auslöser meistens nicht erkennen . Ich hatte meine Grundeinstellung zu ihm völlig geändert . Ich hatte keine Wut und keinen Frust mehr im Bauch . Ich war innerlich neutral und bestätigte ihn ganz viel positiv für richtige Ansätze . Wir waren wieder ein Team .

2013 Frühjahr/Sommer

Ich nahm ihn mit zu Geli nach Zennhusen . Da gibt es andere Pferde und es ist eigentlich ein sicheres Umfeld . Ich hatte das Paddock für ihn extra groß und in der Nähe der anderen Pferde aufgebaut . Er ging mit mir dort rein und wurde dann völlig hektisch . Er blieb im oberen Viertel , konnte überhaupt nicht entspannen und schon gar nicht fressen . Sein Blick ging in die Ferne , anscheinend weit über die angrenzenden Felder . Ich weiß nicht was ihn da so sehr ängstigte . Es dauerte sehr lange bis er zumindest etwas entspannen konnte . Als ich ihn mit auf den Platz nahm war die Unruhe weg . Er blieb bei mir und hörte auch frei perfekt zu .

Da ich immer wieder dadrüber nachdachte , ob es nicht einen Menschen gibt , der besser zu Paddy passt , hat Susi mit ihm den Fremdreiter Test gemacht . Den hat er mit Bravour bestanden und Susi hat sich jederzeit wohlgefühlt . Da es in meinem Gefühl nichts gab wohin ich ihn mit guten Gewissen gelassen hätte , blieb er und wir verfeinerten die Freiarbeit .

Pferdeagility Frühjahr 2014

Durch die Freiarbeit wuchs unser Vertrauen in ein Miteinander deutlich , wenn auch anfangs in ganz kleinen Schritten . Ich ließ jeden Druck weg und gab meinem Pferd immer die Zeit sich wieder zu entspannen . Er lernte stehen zu bleiben statt weg zu springen . So ein Stehen und Erstarren konnte schon mal dauern . Er bekam immer die Zeit bis er von sich aus den Kopf senkte und wieder mental bei mir war . Ein weiches Rückwärtsrichten brachte ihn weg aus der jetzt gerade für ihn gefährlichen Zone und er konnte mir wieder zuhören . Ich habe ihn nie mehr geschickt , wenn er sagte es geht gerade nicht . So nach und nach hat er mir geglaubt , dass es wirklich so ist und dass ich ihn mit seinen Ängsten ernst nehme .

Wir fingen mit Pferdeagility an . Was uns beiden großen Spaß machte . Paddy ließ sich frei durch jedes Hindernis lenken und hörte perfekt zu . Wir machten es gemeinsam .

Herbst 2012

Caro Schömer kam zu einem Lehrgang über Zirkuslektionen nach Dithmarschen . Ich habe lange überlegt ob ich mitmachen soll . Ich fühlte mich in der Nähe meines Pferdes nach wie vor nicht wirklich wohl . Aber vielleicht war das auch eine Chance wieder mehr zusammen zu finden . Also habe ich uns angemeldet . Paddy hat sich auch gut benommen und musste nicht flüchten  . Aber wenn ich mir diese Fotos anschaue kann ich sehen wie wir uns Beide gefühlt haben . Da gibt es kein offenes Wohlfühlgesicht . Paddys Augen sind eher klein und der Gesichtsausdruck besorgt . Auch mein Gesichtsausdruck ist nicht offen und fröhlich , sondern eher angespannt . Nun bin ich von Natur aus auch ein Pfuscher was Zirkuslektionen angeht . Ich bringe sie meinen Pferden aus dem Bauchgefühl heraus bei und schaue einfach was passiert , wenn ich Vorschläge mache . Caro ist das genaue Gegenteil . Sie kann super gut bis ins kleinste Detail  erklären , was wann wo zu geschehen hat . Sie hat eine genaue Vorstellung wie es geschehen soll und wie Mensch und Pferd sich daran beteiligen . Das macht sie zu einem super Lehrer . Nur meins war es nicht wirklich .

Der Winter stand vor der Tür und ich habe jetzt endlich das getan was mein Bauchgefühl schon lange sagte . Wir brauchten eine Pause . Einfach mal Abstand , nichts tun müssen . Da ist der Winter ideal . Wenn die Kühe abgereist sind , haben meine Pferde die Kuhkoppeln zur Verfügung . Da können sie einfach rüber laufen und kommen abends auf Zuruf wieder rein . Paddy blieb weiter sehr schreckhaft und unsicher . Ein kleiner Vogel in den Büschen reichte als Auslöser und er musste erstmal ein Stück weg . Die Übergänge zwischen den Weiden konnte er nur gemeinsam mit den anderen Pferden überwinden . Wenn ich abends die Pferde rein gerufen habe , konnte es passieren , dass er vor einem Übergang stand und hektisch hin und her sprang , weil er so gerne kommen wollte , sich aber alleine nicht traute . 

Ich brauchte den Abstand zu meinem Pferd , um mir auch über meine Gefühle klar zu werden . Da war schon viel Frust , dass gerade mein Pferd so war und ich keine wirklichen Lösungsansätze hatte . Für alle anderen Pferde und Menschen hatte ich Ideen . Hier war ich viel zu dicht dran . Und ich hatte kein Vertrauen mehr . Kein Vertrauen in mein Pferd und kein Vertrauen , dass wir das schon schaffen werden . Ich fürchtete mich vor den nicht vorhersehbaren Reaktion und fühlte mich den Situationen ausgeliefert .

Der Winter nahm uns beiden den Stress und am Anfang des neuen Jahres begann ich frei mit ihm zu  arbeiten . So konnte ich auf Abstand mein Pferd beobachten . Ohne eine Seilverbindung zu mir konnte Paddy gehen wenn er sich erschreckte und wurde nicht mehr gezwungen am Platz zu bleiben . Dadurch wurden seine Reaktionen deutlich weniger heftig . Er erstarrte ganz häufig und musste dann lange starr in die Ferne gucken . Manche Auslöser waren für mich klar erkennbar , wie zum Beispiel freilaufende Hunde oder die Kühe die durchs Gebüsch frassen . Anderes wieder blieb für mich ein Rätsel .

 

 

Sommer 2012

Hausturnier von Team Legerete . Schon 2 Wochen vorher wurde Paddy hier zuhause extrem spannig und guckig . Er war beim Reiten ganz viel nach außen orientiert und brauchte ganz viel sichere Führung . Ich konnte nie erkennen was ihn verunsichert und das Maß war auch tagesform abhängig . Der Versuch ihn über mehr Seitengänge wieder mehr auf mich zu fixieren erhöhte seine Spannung nur . Ich hatte das Gefühl ,dass er das gar nicht aushalten konnte . Ihm einfach mal die Zeit zu geben zu schauen entspannte es deutlich mehr . Es konnte jetzt passieren , dass er im Trab oder Galopp plötzlich ein Kurzkehrt machte , weil ein kleiner Vogel sich im Gebüsch bewegte oder auch wenn für mich nichts erkennbar war .

Ich nahm ihn trotzdem mit in die Wüstenkate . Hatte ich doch die Erfahrung , dass etwas Neues ihn aufmerksamer und entspannter  macht . Die erste gerittene Prüfung ist er dann auch sowas von toll gelaufen ...Es war einfach nur draufsitzen , denken und genießen . Die Richter waren begeistert von meinem Pferd und es brachte uns den 2. Platz . Die Handarbeit hatte zuhause super geklappt . Alle Seitengänge waren leicht und sicher abrufbar . Jetzt in der Halle fing er an drängeln , lief ohne Positivspannung und wir konnten die Seitengänge gerade mal andeuten . Trotzdem bekam er auch hier eine gute Bewertung und einen 2.Platz . Ich schaue gerade auf das Foto wo ich in der Halle neben ihn stehe . Wenn ich mir das Auge angucke , drückt es genau das aus wie er auch drauf war . Da war keine entspannte Zufriedenheit . Was auch immer den Schalter gekippt hat . In der letzten Prüfung der Dressurkür war er dann schon völlig über den Punkt . Eher fest und zuviel aufgerichtet . Dadurch guckig und spannig . Ich bekam ihn nicht da raus . Hier weiß ich , dass es nicht von mir ausgegangen ist . Hatte ich doch noch das schöne Bild von der ersten Prüfung . Auch war da keinerlei Ehrgeiz , dass er etwas besonders toll machen sollte . Yuka war diesmal nicht mit und so stand Paddy in seinem Paddock und wieherte mir jedesmal zu , wenn ich vorbei kam . 

Zuhause wurde mein Pferd immer auffälliger . Seine Ängste nahmen zu und er blieb spannig beim Reiten . Zwischendurch war dann wieder eine gute Phase , so dass ich beschloss ihn für das Landesbreitensportturnier in Segeberg zu nennen . Er sollte auch dort einfach nur mit , um zu gucken . Ob ich überhaupt starte , wollte ich von seinem Streßlevel abhängig machen . Der Vorteil dort ist ja , dass die Pferde mehrere Tage  in Paddocks stehen können und dabei über den ganzen Platz gucken können . Emma , Ulrikes Islandstute fuhr mit ihm gemeinsam .

Wir kamen an und alles war entspannt . Paddock aufbauen , Pferde abladen , alles klappte gut . Sie standen und fraßen und schaute sich den Trubel an . Paddys erste Prüfung war Handarbeit . Ich nahm ihn raus , zog ihm das Bosal an und ging mit ihm in Richtung den Platzes . Alles gut . Es dauerte etwas bis wir dran waren . So nach 15 Minuten spannte sich mein Pferd , wurde fest und drängelig . Korrekt Führen war kaum noch möglich . Ich versuchte ihn abzulenken , er buckelte neben mir . Er war gar nicht wirklich mehr bei mir . Ich hatte noch die Hoffnung , dass es sich bessern würde , wenn wir starten können . Aber auch da blieb er genauso , so dass ich die Prüfung abgebrochen habe und froh war , als mein Pferd wieder sicher auf dem Paddock stand . Da über Tag da viele Menschen rumlaufen , verschob ich die Diskussion mit meinem Pferd auf den Abend . Zog ihn diesmal mit Pelham an , um sicher zu sein ihn halten zu können . Wir machten uns auf das ganze Gelände zu erkunden . Paddy war wieder völlig spannig , versuchte in die Ferne zu starren und war kaum bei mir . Mein Ziel war solange zu machen , bis er ruhiger und zuhörender wird . Es dauerte , aber am Ende ging er relativ entspannt neben mir .

Am nächsten Tag wäre ja Reiten angesagt . Das wollte ich jetzt am Abend vorher schon mal testen . Ich habe mich auch raufgesetzt , aber Paddy hatte so viel Spannungen , dass ich mich wie auf einem Schleudersitz fühlte . Ich wußte , ich müsste jetzt vorwärtsreiten um ihn da raus zu holen , aber ich traute mich nicht . Also habe ich ihn wieder auf sein Paddock gestellt und es für die Segeberger Zeit auch dabei belassen . In meinem Kopf schwirrten so viele Gedanken . Warum macht mein Pferd das ? Ist er pubertär und aufmüpfig ? Mein Bauchgefühl sagte schon zu der Zeit nein . Wie bekomme ich ihn da wieder raus ? Wie gehe ich damit um , dass ich längst nicht mehr so mutig wie früher bin ? Das ich mich gerade mit diesem Pferd nicht wohlfühle ?

Von unserem Paddockplatz aus bekam ich zufällig mit wie ein Trainer vom Boden aus mit einem Pferd arbeitete und dabei seine Arbeit erklärte . Das wirkte sehr ruhig und souverän . War der was für uns ? Mal einer der draufschaut wo ich meinem Pferd höflich ausweiche oder was sonst von aussen erkennbar ist . Es war Sebastian Bonnet und er wohnte ganz in unserer Nähe . 

Er war gerne bereit vorbei zu kommen . Nach den ersten Unsicherheiten ließ sich Paddy auch gerne drauf ein .

Es war in einigen Teile anders als er es von mir gelernt hatte , aber im Großen und Ganzen kannte er das Alles und machte es auch dementsprechend gut . An den eigentlichen Punkt , dieses völlige Abdrehen kamen wir nie . Das Konzept sah vor , dass Paddy immer den ersten Schritt machen sollte oder dass ich ihn eben am längeren Seil schicken sollte . 

Natürlich bekam ich viele Kommentare von außen zu meinem Pferd . Die meisten in die Richtung der wäre frech und ich müsste mich mehr durchsetzen . Mein Bauchgefühle sagte was anderes .

Ich war frustriert , enttäuscht und sicher innerlich auch irgendwie wütend .Hatten die anderen Menschen vielleicht recht ? Mein Pferd das ich selbst ausgebildet habe , benimmt sich so . Warum ??  Mit diesen Gefühlen im Bauch habe ich dann versucht mich durch zu setzen . Heute weiß ich , dass das nicht gehen konnte . Ich hätte meinem wirklichen Bauchgefühl trauen sollen und seine Ängste wirklich wahrnehmen .

Ich habe versucht ihn zu schicken , wenn er sich fürchtete . Ich habe versucht es durch zu setzen , nie mit wirklicher Gewalt , aber schon mit Druck . Innerlich wußte ich , so konnte ich nicht gewinnen . Die Sackgasse wurde immer enger .

Reiten kam für mich sowieso überhaupt nicht in Frage . Wenn es schon vom Boden aus nicht harmoniert , dann muss ich mich da ganz sicher nicht drauf setzen .

Mein Pferd wurde immer ängstlicher . Er konnte mir nicht mehr vertrauen , weil ich seine Ängste nicht ernst nahm . Ich schickte ihn , obwohl er ganz klar sagte , er könne gerade nicht . Er musste deutlicher werden , weil ich ihn nicht wahrnahm .

Ein Beispiel um es zu verdeutlichen : Paddy möchte gerne , wenn er genügend Zeit auf der Weide verbracht zurück nach Hause . Er kommt auch meist auf Rufen freudig an . So war es auch . Er kam angaloppiert und stand vor mir . War aber schon völlig spannig und aufgeregt . Ich halfterte ihn auf  und die Spannung stieg . Als ich ihn durch den Ausgang führen wollte , sprang er weg . Beim zweiten Versuch widersetzte er sich massiver und riß sich los , so dass ich im Matsch landete . Ich war verzweifelt . Ich konnte mein Pferd nicht mehr von der Weide holen . Ich holte die Trense und mit etwas Zeit haben wir es dann irgendwie geschafft nach Hause zu kommen . Wer sich mehr gefürchtet hat , lässt sich kaum sagen .

Beim Beobachten meines Pferdes stellte ich fest , dass seine Ängste gar nicht nur mit mir zusammen hingen . Er konnte auf ihm sehr gut bekannten Wegen auch alleine nicht mehr gehen . Ich konnte beobachten , wie er gerne wollte , aber sich nicht traute . Er wartete bis ein anderes Pferd vorging . Er schickte dieses Pferd nicht , sondern schloss sich ihm an . Soviel zum Dominanzverhalten .

 

Sommer 2012

Wie auch schon oben erwähnt , weiß ich Vieles schon gar nicht mehr so genau . Irgendwann fing es an , dass mein Pferd ein Stück spanniger wurde und sich leichter erschreckte . Es war so gar nicht wirklich wahrnehmbar , aber es war sicher im Hintergrund schon da .

Gleichzeitig merkte ich auch bei mir , dass ich mich beim Reiten öfter mal nicht richtig wohl fühlte , dass meine Muskeln nicht richtig locker mitmachten und ich längst nicht mehr so mutig wie früher war .

Die Fotos hier sind auf einem Pferdetag bei Susi und einem bei Geli entstanden . Ich weiß noch , dass ich mich bei Susi über seine zunehmende Versammlungsbereitschaft gefreut habe  .

In der Freiarbeit machte er immer besser mit , da war er dann auch ganz bei mir .

Urlaub und Freizeitreitertreffen Frühjahr 2012

Urlaub in Meningen in der Lüneburger Heide . Es ging jeden Tag mit seinen Freunden ins Gelände . Ich merkte auch hier , dass ich deutlich weniger mutig als früher war , obwohl Paddy die meiste Zeit sehr entspannt war . Er mochte nur kein Pferd dicht hinter sich . Da nahm er schon mal das Hinterbein , was ich vom Sattel aus kaum merkte . Früher hätte ich mein Pferd kurz gestraft . Jetzt hatte ich das Gefühl , dass meine Reaktion zu spät käme und es ihn eher noch mehr spannen würde . Also war meine Lösung hinten zu reiten , so dass es gar nicht  dazu kommen konnte . Wir nutzten die Möglichkeiten , die sich auf dem Hof boten . Den großen Ball fand er sehr gruselig , wenn er sich bewegte . Die Brücke dagegen fand er sofort interessant und ging alleine drüber .

Einladung der Freizeitreiter Itzehoe . Ein kleines sehr nettes Treffen . Diesmal hatte ich Paddy alleine mit . Als er aus dem Hänger stieg war er schon aufgeregt und musste erstmal gucken . Da es dort den Luxus schon aufgebauter Paddocks gab , konnte er von dort alles angucken und sich wieder entspannen . Das Reiten war dann wieder unkompliziert und es machte einfach nur Spaß auf ihm zu sitzen .

Herbst 2011

Seine Ausbildung ging weiter . Inzwischen mit dem Trekkersattel  , mit dem wir uns beide sehr wohl fühlten . Angaloppieren mit Doppelschnalzer in ein angenehmes Vorwärts war kein Thema mehr . Die Seitengänge wurden leicht und sicher abrufbar .

Winterfreizeit

Sommer 2011

Ich nahm Paddy jetzt immer mehr mit zu Veranstaltungen . Völlig ohne Leistungsdruck . Er sollte alles ganz in Ruhe kennenlernen . Anfangs noch begleitet von Yuka .

Ein schöne Gelegenheit bot die Einladung zur Reitplatzeinweihung von Sabine Soyka . Neue Pferde kennenlernen und auf einem völlig unbekanntem Untergrund laufen . Hat er souverän gemeistert . Bei dem neuen Sattel merkte ich immer mehr , dass er zwar meinem Pferd passte , mir aber die Beine nach hinten rutschen ließ . Da musste eine andere Lösung her .

Paddy durfte mit auf das Hausturnier von Team Legerete in der Wüstenkate . Die Umgebung kannte er schon , da wir immer mal ein paar Tage dort verbracht haben . Gemeinsam mit Yuka und liebevoll umsorgt von Rolf fühlte er sich wie zuhause . Ich hatte ihn für die leichte Kür und die Arbeit an der Hand genannt . Zu der Zeit konnte er den Galopp nur , indem er fast auf der Stelle hüpfte , von so richtig vorwärts war da noch gar keinen Idee . In der Prüfung hat er sich angestrengt und genau zugehört und auch der Galopp gelang recht gut . Er war sehr leicht und angenehm zu reiten . Mir fällt beim Schreiben jetzt auf wie Vieles ich im Detail gar nicht mehr weiß .

Corinna  Scholz hatte zum Pfiaffe Seminar eingeladen . Auch hier war Paddy nur mit um Erfahrungen zu sammeln . Natürlich war Pfiaffe für ihn noch gar kein Thema . Aber mal das Hinterbein an zu ticken und ihn um eine Reaktion zu bitten , zeigte ihm neue Wege .

Frühjahr 2011

Paddys erster Ausflug ging zu einem Trailtag nach Dörpling . Er hatte gelernt sicher  auf den Hänger zu gehen und dort oben immer was Leckeres zu bekommen . Jetzt sollte er in Begleitung von Yuka das erste Mal woanders hinfahren . Das ging problemlos . Wir hatten vorher Paddocks aufgebaut , so dass er sich ganz in Ruhe mit der neuen Umgebung und den fremden Pferden vertraut machen konnte . Beim Führen auf den Platz war er schon erst aufgeregt und konnte kaum Stillstehen und Zuhören . Mit der Zeit entspannte er sich mehr und wir konnte uns mit den verschiednen Hindernissen beschäftigen .

Urlaub war angesagt und damit auch die ersten Ausritte . Diesmal ging es in ein kleines Dorf an den Rand der Göhrde . Begleitet von Pferden , die er gut kannte , setzte ich mich nach einer Strecke führen , das erste Mal im Gelände drauf . Das fühlte sich noch arg spannig an , wurde aber mit jedem Schritt entspannter . Gemeinsam mit seiner Freundin Quinta lernte er entspannt durch den Wald zu schlendern und übernahm auch gerne mal die Führung . Wald war überhaupt kein Problem , auf offenen Flächen schaute er schon mal in die Ferne .

Seine Reitausbildung ging weiter . Der erste Sattel passte schon nicht mehr , ein neuer musste her . Ich konnte ihn mit den feinsten Hilfen reiten . Ich habe immer drauf geachtet ihn nie dauerhaft zu treiben , so blieb er auch am Bein sehr fein . Die Verbindung zum Pferdemaul war nie mehr als Zügelgewicht . Durch seine natürliche Aufrichtung konnte er sich schon sehr früh selbst tragen , das Vorwärts-Abwärts in korrekter Form fiel ihm eher schwer , da das weiche Reinziehen in meine Hand nicht so seins war .

 

Paddy kam im März 2010 zu mir . Ich hatte ihn bei Schnee und Eis angeguckt und wußte , das wird meiner . Dort wo er stand lebte er in einer Herde mit einem Deckhengst und den Stuten zusammen . Sicher kein leichtes Leben für einen Wallach . Er kann es auch absolut nicht ausstehen , wenn eine Stute ihn anrosst .

Gezüchtet wurde er von einem Holländer der nach Polen ausgewandert ist , um dort Highländer zu züchten . Die Homepage ist absolut sehenswert  . Dort kann man sicher auch toll Urlaub machen . Mich haben die Bilder überzeugt , dass er dort gut aufgewachsen ist und die Zucht durchdacht erscheint . Der Züchter hat auch heute noch Interesse an dem Lebensweg seines Pferdes . Die Verständigung geht leider nur auf Englisch , da reicht meins nicht so ganz .

Einjährig wurde er mit seinem Bruder nach Deutschland importiert . Er sollte wohl eigentlich als Deckhengst gekört werden , dass ist aber aufgrund seiner rosa Abzeichen wohl gar nicht möglich .

Als ich ihn bekam , kannte er so gut wie gar nichts . Am Halfter führen und das war es dann auch schon . Ich gab ihm Zeit sich hier ein zu leben und erstmal an zu kommen . Die Nacht verbrachte er in einem Extrapaddock neben meinen Pferden . Dann gingen sie morgens alle gemeinsam auf die Weide . es verlief völlig problemlos und schnell war er der Boß ohne Yuka ,der die ganzen Jahre Chef war , auch nur ein Haar zu krümmen .

So nach und nach ging er in den Pferdekindergarten . Lernte Benimmregeln . Schwierig war für ihn am Anfang das Hufe hoch nehmen . Er ließ sich kaum an den Beinen berühren und kickte gerade hinten sofort dagegen . Seine Hufe waren in einem schlechten Zustand mit vielen Rissen . Sie sahen gerade frisch gemacht aus , aber eher so als hätte da jemand mal die grosse Hauklinge geschwungen und längst fälliges abgehauen . Mit viel Ruhe und ihm immer gut zureden , war das bald kein Problem mehr . 

Er wollte gerne lernen und wenn er etwas verstanden hatte , machte er toll mit . Wir begannen mit einfach Führübungen , dann mit Handarbeit und später kam noch das Longieren dazu . Bei gemeinsamen Spaziergängen erkundeten wir die Umgebung . Dabei zeigte sich schon , dass Bewegungen in der Ferne ihn verunsicherten . Gerade auch Hunde , die schnell liefen , waren für ihn schwierig aus zu halten .

Das Gewöhnen an den Sattel war  überhaupt kein Problem . Nur wenn er an der Longe aus Versehen in den Galopp kam musste er losrennen und buckeln . So habe ich ihm schon viel früher als ich eigentlich gewollt hätte , beigebracht auf einen Doppelschnalzer anzugaloppieren und nach ein paar Sprüngen  auf ein langgezogenes "und gut" wieder in den Trab zu kommen . So brauchte er das Wegrennen dann nicht mehr .

Er lernte an der Aufstiegshilfe still zu stehen und ich konnte mich entspannt über ihn legen . Beim ersten Aufsitzen habe ich jemanden gebeten daneben zu stehen , um ihm Sicherheit zu geben . Genauso beim ersten Losgehen mit mir im Sattel hat ihn jemand begleitet . Sehr schnell konnte er es auch alleine . Damit war mein Zeil für das erste Jahr erreicht . Er sollte mich einfach nur sicher und gerne tragen . Damit durfte er in die Winterpause gehen .