November 2016

Die Rinder sind abgereist . Meine Pferde geniessen ihre winterliche Freiheit auf den Kuhweiden .

es war der erste kalte Wintertag in diesem Jahr . Die Pferde genossen sichtlich die kalte klare Luft . Alle nutzen sofort das gefrorene Gras um sich darauf zu wälzen . Sogar Paddy , der sich nur sehr selten wälzt . An den Wälzstellen war das Gefrorene dann aufgetaut  . Das Überfrorene mit dem noch Herbstlaub leuchtete in der Sonne .

Oktober 2016

Seit ca. 1 Monat stehen Yuri und Zirko nachts getrennt von Paddy und Yuka . Einfach damit die beiden Alten genug Zeit zum Heufressen haben und die beiden Dicken es ihnen nicht wegfressen . Da ist jetzt also ein Band als Absperrung zwischen den beiden Offenställen in denen sie immer schlafen gegangen sind . Gerade Paddy und Yuka sind absolute drinnen Schläfer . Seitdem das Band da ist schläft Paddy nicht mehr drinnen und damit Yuka auch nicht . Es hat sich sonst nichts geändert . Sehen konnten sich die Pferde vorher auch nicht , wenn alle verteilt auf die 2 Ställe drinnen schliefen . Yuri und Zirko schlafen jetzt jede Nacht drinnen und sind morgens noch verpennt und voller Späne . Die genießen es , dass keiner sie hochjagt . Paddy merkte man an , dass ihn dieses Trennen der Herde verunsicherte . Gestern hatten Paddy und Yuka zum ersten Mal wieder ein paar Späne im Fell . Nach längerem entspannten Schlafen sah das noch nicht aus . 

Meine Pferde kennen es ja ihr Leben lang , dass es Nachts nichts zu fressen gibt . Die begeben sich abends zur Ruhe und sind oft morgens noch völlig verpennt , wenn ich sie wegen meinem Frühdienst früh rauslasse . Auch Zirko und Yuri fressen nur begrenzt ihr Heu , was ihnen Nachts zur Verfügung steht . Separiere ich sie schon tagsüber fressen sie deutlich mehr . Meine Pferde kennen keine festen Zeiten , sondern ihr Leben ist immer meinem Schichtdienst angepasst . Tagsüber geht es auf die Weide , stundenweise , aber auch hier variabel .

Abends gibt es eine Portion Heu und eine Handvoll Müsli . Das gute mit Hafer aus der Wasbeker Mühle schon seit über 20 Jahren . Wobei Zirko und Yuri inzwischen mehr Müsli bekommen und auch das prima vertragen .

Meinen Pferden geht es sehr gut mit dieser Haltung . Den Tierarzt kennen sie fast nur vom Impfen . 

Yu-ka-teh September 2016

Heutzutage kann Yu-ka völlig entspannt weiter grasen , auch wenn neben ihm grosse Erntemaschinen fahren . Das war lange Zeit überhaupt nicht so , gerade wenn sie auf dieser Wiese rumfuhren .

Dazu seine Geschichte : Es war ein schöner Tag . Die ganze Herde war auf der Weide und graste entspannt . Plötzlich ein komisches Geräusch und etwas was sich in der Ferne schnell bewegte . Alle Pferdeköpfe  flogen hoch . Was war das ? DAS kam näher , das Geräusch war der Ton , den Zäune machen wenn sie durchrannt werden . Auch die Stacheldrahtzäune waren kein Hindernis . Die Aufregung wurde immer größer . Die Herde rannte umher . Unsere Fluchtmöglichkeiten wurden durch die Weidezäune eingegrenzt . Wir konnten nicht nach Hause fliehen . ES kam näher . ES roch nach Blut . ES war ein Bulle , noch nicht ausgewachsen , völlig abgedreht und panisch . Auf den Straßen kamen mehrere Trecker . Was passiert hier ? Jagen die Trecker den Bullen ? Der Bulle erreichte unseren Koppelzaun  und rannte auch durch den durch . Quer über die Koppel und auf der anderen Seite wieder raus . Einige von uns nutzen den kaputten Zaun um nach oben in Richtung der Häuser von Hochfeld zu fliehen . Der Weg nach Zuhause war jetzt von Männern und Treckern versperrt . Ich blieb mit 2 anderen auf der Weide . Wir wussten nicht wohin . Unsere Menschen konnten nicht zu uns kommen , da tobte ja immer noch der Bulle . Die Weide neben uns hat keinen Zaun und ist von kleinen Straßen umgeben . Die Trecker bildeten eine Sperre und der Bulle blieb auf dieser Weide . Völlig naß und blutverschmiert . Ich konnte seine Panik riechen . Unsere Menschen waren mit dem Auto nach oben gefahren und hatten die freilaufenden Pferde an die Halfter genommen . Sie mussten dort warten , denn auch für sie gab es keinen Weg nach Hause . Die Männer stiegen von den Treckern , ich fühlte Ratlosigkeit . Sich dem Bullen nähern unmöglich . Dann kam einer ,  der hatte ein Gewehr . Der will doch nicht ?? Doch er wollte und er zielte auf den Bullen und traf ihn auch . Mein Panikspiegel war auf Höchstniveau . Ich wusste schon immer Männer und dann auch noch Trecker bedeuten nichts Gutes . Der Bulle brach zusammen und wurde auf einen Anhänger gezogen . Die Karawane verschwand , der Spuk war vorbei . Wir konnten alle nach Hause . Sogar Flitzes noch relativ frisch genähte Wunde hat gehalten .  Mein Mensch hat mir hinterher erklärt , dass sie den Bullen nur betäubt haben . Trotzdem brauchte ich über ein Jahr bis ich nicht mehr ständig in die Ferne gucken musste , ob da nicht wieder so was kommt . Mein Mensch fragt mich ob ich Paddy die ganze Geschichte erzählt habe . So richtig ausgeschmückt und gruselig . Und ob er deshalb auch so in die Ferne starren musste ?? 

Paddy August 2016

In dem Porträt sind Paddys helle Flecken deutlich zu sehen . Mit dem dunklen Hintergrund wirkt er weißer als er eigentlich ist  . Zur Zeit juckt es ihn anscheinend am ganzen Körper ohne das irgendetwas angeschwollen oder kaputt gescheuert ist . Seine Mähne leidet trotzdem dadrunter . Ich ziehe ihn schon immer auf : Er würde sich ja zum Curlyhorse machen , mit seinen ineinander gedrehten Haaren . Entzotteln wirkt nur kurzfristig . Morgens gehen alle mit Bremsenbremse von Zedan eingeschmiert raus , um die meisten Plagegeister fern zu halten . Das wirkt auch , verhindert bei Paddy aber nicht den Juckreiz .Ganz im Gegenteil zu Yuri  , von seinem  Ekzem ist so gut wie nichts mehr zu sehen und das schon seit Jahren . Wo gescheuert wird gibt es Aldi Hautlotion oder bei Paddy zur Zeit Equimyl um es zu testen .

Ich habe für die beiden alten Herrschaften Zirko und Yuri für die Nacht ein Stück Paddock und Hütte abgezäunt , damit die in Ruhe soviel fressen können wie sie möchten . Dort gibt es keinen Wasseranschluß , deshalb habe ich ihnen einen Bottich gefüllt . Über Tag laufen nach wie vor alle Pferde zusammen und haben jetzt nicht besseres zu tun , als aus diesem Bottich und nicht aus der Selbsttränke zu saufen . Endlich mal Wasser zum Spielen . Kopf rein und kräftig durchrühren , dass es nur so spritzt . Oder auch mal die ganzen Nüstern eintauchen und das Wasser blubbern lassen .